Caritas-Ambulante Hilfen zur Erziehung - Geschichte und Besonderheiten

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Geschichte und Besonderheiten

Rückblick auf die Sozialpädagogische Familienhilfe und die Ambulanten Hilfen zur Erziehung der Caritas Bremen

 

Die Anfänge der Sozialpädagogischen Familienhilfe

Im Jahr 1993 sucht die Stadtgemeinde Bremen Träger für ein neues Konzept der Sozialpädagogischen Familienhilfe (kurz: SPFH). Bisher war die Evangelische Familienakademie (EFA) einziger Anbieter dieses Angebotes. Unter anderem bewerben sich die Hans-Wendt-Stiftung und der Caritasverband e.V. für den Aufbau und Ausbau der SPFH. Beide Träger erhalten die Zusage. Ein Kooperationsvertrag wird abgeschlossen und die regionalen Einsatzbereiche abgesprochen. Im Juli beginnt die Arbeit mit wenigen Mitarbeiter/innen.
Der Caritasverband stellt eine Koordinatorin sowie zwei weitere Sozialpädagoginnen hauptamtlich ein. Hinzu kommen mehrere Honorarkräfte sowie einige Verwaltungsstunden einer bereits vorhandenen Sekretärin. In einem Büro in der Kolpingstraße mit Blick auf den Schnoor machen wir erste Erfahrungen mit dem neuen Konzept. Wir tasten uns langsam vor, indem wir Kontakte zu anderen Trägern außerhalb von Bremen suchen, Arbeitsweisen und Dokumentationsmöglichkeiten vergleichen und von Anfang an eng mit der Hans-Wendt-Stiftung kooperieren. Wir entwickeln gemeinsam die fachlichen Standards für das Angebot.

Mit zunächst zwei fest angestellten Mitarbeiterinnen sind weiterhin tätig und stellen sich den weiterhin der Herausforderung eines schwierigen Anfangs. Ende 1994 wird eine Koordinatorin eingestellt. Fachberatung und Supervision bekommen einen festen Platz im Arbeitsalltag, was eine Entlastung für alle bedeutet. Der Kooperationsvertrag beinhaltet unter anderem die Gründung eines Fachbeirates: Mitarbeiter/innen des Amtes für soziale Dienste, der senatorischen Dienststelle sowie der beiden Träger treffen sich regelmäßig, um die Standards weiter zu entwickeln.

 

Das Team wächst und das Angebot wird breiter

Anfang 1995 werden zwei weitere Mitarbeiter/innen eingestellt. Die Fallzahlen erhöhen sich. Auch unsere Angebote erweitern sich: Die Erziehungsbeistandschaft wird ein neues Angebot. Neu war auch die Erstellung eines Jahresberichts. Im Laufe des Jahres kommen noch weitere Mitarbeiter/innen dazu, so dass wir insgesamt 10 sind. Der Caritasverband mietet auf der gleichen Etage zuerst eine Wohnung, wenig später eine zweite dazu. Wir können uns etwas ausbreiten. Eine eigene Sekretärin vervollständigt bald darauf unsere "Crew".
In den Sommerferien findet als angebotsspezifische Gruppenarbeit ein erstes Ferienzeltlager mit Kindern und Jugendlichen der von uns betreuten Familien in Rotenburg an der Wümme statt. Erholt und mit vielen neuen Eindrücken kehren die Kinder nach fünf Tagen wieder zu ihren Eltern zurück. Später folgen Familienfreizeiten an Orte wie der Thülsfelder Talsperre sowie dem Steinhuder Meer.

Aufgrund steigender Fallanfragen wächst in den nächsten Jahren der Mitarbeiterstamm. Aus der Sozialpädagogischen Erziehungshilfe entwickeln sich die Ambulanten Hilfen zur Erziehung, die Dienste werden also deutlich erweitert: Einzelfallbetreuung, Begleiteter Umgang, Video-Home-Training, Gruppenarbeit. Auch die Form der Dokumentation entwickelt sich ständig weiter. Der Caritasverband und die Hans-Wendt-Stiftung installieren ein neues Programm zur Evaluation. Nach einer Mitarbeiterschulung arbeitet der Caritasverband mit der Methode des Qualitätsmanagements. Die ambulanten Hilfen zur Erziehung ziehen in die Stadtteile. In Gröpelingen, in der Neustadt sowie in Huchting entstehen Dependancen.
Regelmäßig finden Fachtage zu verschiedenen Themenschwerpunkten statt, teilweise in Zusammenarbeit mit der Hans-Wendt-Stiftung und dem Amt für soziale Dienste.

 

Innovative Ideen erleichtern die Arbeit

Im Jahr 2003 kündigt das Amt für Soziale Dienste den Kooperationsvertrag. Der Markt wird geöffnet für weitere Träger. Trotzdem wachsen unsere Fallzahlen ständig. Wir sind mittlerweile über 40 Mitarbeiter/innen. In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Innovative Sozialforschung und Sozialplanung e.V. Bremen (GISS) wird ein Computerprogramm entwickelt, dass das Berichtswesen und die Dokumentation vereinheitlichen soll. Für die Mitarbeiter/innen ist dies zunächst eine große Umstellung, dann eine Erleichterung.

Der gesamte Caritasverband Bremen zieht im Jahr 2004 in ein neues Gebäude auf dem Gelände des St. Joseph-Stiftes. Während in den 1. bis 3. Stock des Caritas-Zentrums die Senioreneinrichtung St. Franziskus einzieht, teilen sich die Ambulanten Hilfen zur Erziehung mit der Geschäftsstelle der Caritas das Erdgeschoss.

2005 erfolgt die Umstellung von der Fachleistungsstunde zur Finanzierung über eine Pauschale mit unterschiedlicher Betreuungsdichte (Fallgruppe 1 und 2). Im Rahmen der vereinbarten Kontakte gestalten die Mitarbeiter/innen die Einsätze nach dem Bedarf der Familie.
Wir bieten eine Vielzahl von regelmäßigen Gruppen für Eltern, Kinder und Jugendliche an sowie Veranstaltungen in den Schulferien. Das Sommerferienprogramm endet rituell mit einem großen Fest für alle Familien. Elternschulungen werden durchgeführt, teilweise in Kooperation mit den Häusern der Familie. Wir vernetzten uns mit zahlreichen anderen Trägern in den Stadtteilen und beteiligen uns dort an Aktivitäten.

 

Die Caritas-Erziehungshilfe gGmbH wird gegründet

Zum 1. Januar 2006 strukturiert sich der Caritasverband Bremen e.V. neu. Aus dem stationären und dem ambulanten Kinder- und Jugendbereich entsteht die Caritas-Erziehungshilfe gGmbH, zwei Bereiche wachsen zusammen.
Ein Mitarbeiter bildet intern mehrere Kollgen zu Video-Home-Trainern aus.

Mit dem traurigen Tod von Kevin im Oktober 2006 ändert sich die Situation in Bremen und das Fallaufkommen nimmt zu. Im Jahr 2008 sind mehr als 40 Mitarbeiter/innen in der ambulanten Hilfe tätig.

In Zusammenarbeit mit der Bremer Werkgemeinschaft e.V. entsteht im Jahr 2007 das Projekt "Kokon", ein Wohnangebot für Eltern mit psychischer Erkrankung und ihre Kinder.